„Unter jedem Grabstein ein Stück Weltgeschichte?!“
„Afrikaforschung“, kolonialer Vernichtungskrieg und „Völkerschauen“ verflochten mit der Nürnberger Stadtgeschichte
- Kursnummer: B036111
- Kursleitung: Bennewitz, Nadja
Sie nannten sie „Trine“ und „schöne Liese“: Aus Feuerland verschleppte Frauen, die in „Völkerschauen“ durch Europa geführt und auch in Nürnberg zur Schau gestellt wurden. Da ihre Sprache nicht verstanden wurde, kennen wir ihre eigene Perspektive nicht. Zeitgenössische Presseberichte erlauben, ihren Weg vom Hauptbahnhof zur Rosenau, dem Ort der „Völkerschau“, nachzuzeichnen.
Dort erinnert auch ein Porträt an Clara Zetkin. Die sozialistische Frauenrechtlerin, die Nürnberg von Vortragsreisen kannte, positionierte sich in ihrer Zeitschrift Die Gleichheit entschieden gegen die Kolonialpolitik. Darin berichtete sie über die Ausrottungsstrategie des Generalleutnants von Trotha im Krieg gegen Ovaherero und Nama in Deutsch-Südwestafrika. Mit diesem kolonialen Vernichtungskrieg ist auch Nürnberg verbunden: Der auf dem Rochusfriedhof beigesetzte Hauptmann Friedrich Stahl war 1904 daran beteiligt. Sein Nachlass ermöglicht Einblicke in das Kriegsgeschehen und die vom Deutschen Reich errichteten Konzentrationslager an der Westküste des Landes. Auch der in Nürnberg begrabene „Afrikaforscher“ Richard Kandt steht für die Verflechtung der Stadt mit dem deutschen Kolonialismus. Seine Tätigkeit im heutigen Ruanda wirft bis heute kritische Fragen zu seiner rassistischen Vorgehensweise auf.
Die kurze Zeit deutscher Kolonialherrschaft hinterließ auch in Nürnberg verdeckte, aber tiefgreifende Spuren, die sich bis heute in der Stadtgeschichte nachzeichnen lassen.
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| Datum | Uhrzeit | Raum | Kursleitung |
|---|---|---|---|
|
20270313
Samstag, 13.03.2027 |
von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr |
Treffpunkt (Treffpunkt:) | Bennewitz, Nadja |
